Last Days Of April

Seit nun mehr als einer Dekade hat Karl Larsson, Kopf von LDOA, herrschende Trends missachtet, um das zu tun, wonach ihm der Sinn stand. Und seine Band von einem nervösen Hardcore Outfit („s/t“, 1997) zu einer avantgardistischen Alternative Band („Angel Youth“, 2000), schließlich zu einer wunderbaren Indie Powerpop Band transformiert. Eines blieb dabei immer konstant: Ein, Entschuldigung, großes, schlagendes Herz.
„Gooey“ macht hier keine Ausnahme. Im Kern tut es, was noch jedes Album der Stockholmer Band auszeichnete: Es füllt dich mit heiterer Melancholie und quälender Euphorie gleichzeitig.
Aufgenommen von Larsson und Engineer Frans Hägglund in drei verschiedenen Studios (und gemischt von gemischt von Grammy Gewinner und Produzenten-Wiz Pelle Gunnerfeldt (REFUSED, THE HIVES)) – Riddarbogen, Mission Hall und Larssons altemHaus – schaltet „Gooey“ in gewisser Weise einen Gang zurück, die rasselnden Amps aus „Might As Well Live“-Zeiten machen Platz für einen sanfteren Vibe und führen gleichzeitig zurück zu dem üppigen, vielschichtigen Sound aus den alten Tagen. Hat man dazu im Kopf, dass das Album Gastauftritte von Evan Dando (THE LEMONHEADS) und Tegan Quin (TEGAN & SARA) bietet, weiß man um das besondere Vergnügen.

Die erste Single ist „America“, ein ansteckendes, idyllisches Kleinod, das klingt, als sei es Larssons steinerweichendes Good-Bye an die Vereinigten Staaten, die er zuletzt zum SxSW besuchte und bespielte. Was immer der Song bedeutet, er wird zurückkehren müssen, zunächst allerdings stehen Touren in Skandinavien und Kontinentaleuropa an. Das alles ab Dezember.